Glossar: Website-Begriffe für Augenärzte und Praxismanagement
Was Canonical, Unternehmensprofil, Weiterleitung oder Wahlleistung im Zusammenhang mit einer Praxiswebsite bedeuten. In einfacher Sprache, mit Beispielen aus der Augenheilkunde.
19 Begriffe, die in Gesprächen über Praxiswebsites vorkommen
Erklärt für Ärztinnen, Ärzte und Praxismanagement, ohne Vorwissen. Wo es einen Zusammenhang mit der Augenheilkunde gibt, steht er dabei. Wenn ein Begriff fehlt, den Sie in einem Angebot oder Gespräch gehört haben, fragen Sie uns.
- Barrierefreiheit (WCAG, BFSG)
- Eine Website ist barrierefrei, wenn Menschen mit Einschränkungen sie nutzen können: mit Vorleseprogramm, nur mit Tastatur, mit starker Vergrößerung oder mit schlechter Sehkraft. Die Regeln dafür heißen WCAG (Web Content Accessibility Guidelines), die Stufe AA ist der übliche Maßstab. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verlangt Barrierefreiheit seit 2025 für bestimmte digitale Dienste. Für Augenarztpraxen ist das Thema unabhängig von der Pflicht wichtig, weil viele Patienten schlecht sehen. Mehr unter Barrierefreie Praxiswebsite.
- Canonical
- Eine Angabe im Quelltext, die Google sagt, welche Adresse die Hauptadresse einer Seite ist. Sie zählt, sobald ein und dieselbe Seite über verschiedene Adressen aufrufbar ist, zum Beispiel mit www und ohne oder mit einer Dateiendung. Fehlt sie, kann Google die falsche Adresse anzeigen oder die Seite doppelt bewerten.
- Core Web Vitals
- Drei Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Seite bewertet: Wie schnell erscheint der Hauptinhalt, wie schnell reagiert die Seite auf Eingaben, wie stark verschiebt sich das Layout beim Laden. Schlechte Werte kosten Sichtbarkeit und Geduld. Eine Praxiswebsite ohne schwere Skripte und mit lokal geladenen Schriften erreicht gute Werte ohne Aufwand.
- Google-Unternehmensprofil
- Der Eintrag, der bei der Suche nach einer Praxis rechts oder im Kartenbereich erscheint: Name, Adresse, Öffnungszeiten, Telefon, Bewertungen, Fotos, Terminlink. Früher Google My Business. Für die Suche nach „Augenarzt“ plus Ort ist er wichtiger als die Website selbst. Jeder Standort braucht ein eigenes Profil. Mehr unter Local SEO für Augenarztpraxen.
- Heilmittelwerbegesetz (HWG)
- Das Gesetz, das Werbung für medizinische Behandlungen und Produkte regelt. Es verbietet unter anderem Erfolgsversprechen, irreführende Aussagen, Angst als Werbemittel und in vielen Fällen Vorher-Nachher-Bilder bei operativen Eingriffen. Sachliche Information ist erlaubt. Dazu kommt das ärztliche Berufsrecht mit eigenen Regeln. Wir schreiben innerhalb dieser Grenzen; die rechtliche Prüfung im Einzelfall übernimmt ein Anwalt oder die Kammer.
- Hosting und Domain
- Die Domain ist die Adresse (praxisname.de), das Hosting der Speicherplatz, auf dem die Website liegt. Beides sollte auf den Namen der Praxis laufen, nicht auf den der Agentur, damit die Praxis jederzeit unabhängig ist. Kosten meist 10 bis 30 Euro im Monat. Hosting in Deutschland vereinfacht den Datenschutz.
- Lokale Suche (Local SEO)
- Alles, was dafür sorgt, dass eine Praxis bei Suchen mit Ortsbezug gefunden wird: Unternehmensprofil, Standortseiten, einheitliche Praxisdaten in Verzeichnissen, Bewertungen. Für Praxen der wichtigste Teil der Sichtbarkeit, weil die meisten Patientensuchen lokal sind.
- Meta-Description und Title
- Der Title ist die Überschrift, die in den Suchergebnissen als blauer Link erscheint, die Description der graue Text darunter. Beide stehen im Quelltext jeder Seite und müssen je Seite individuell geschrieben sein. Sie entscheiden mit, ob jemand klickt, und sollten sagen, was die Seite beantwortet: „OCT-Untersuchung: Ablauf, Dauer und Kosten“ statt „Leistungen“.
- Relaunch
- Der Austausch einer laufenden Website gegen eine neue. Anders als ein Neubau muss ein Relaunch mit dem Bestand umgehen: Domain, alte Adressen, Rankings, Inhalte, Bewertungen. Der häufigste Fehler ist das Vergessen der Weiterleitungen. Mehr unter Praxiswebsite Relaunch.
- Responsive, mobil optimiert
- Eine Website, die sich an die Bildschirmgröße anpasst: Auf dem Smartphone stehen Inhalte untereinander, Schrift bleibt lesbar, Knöpfe sind antippbar. Für Praxiswebsites ist das kein Extra mehr, weil die meisten Patienten auf dem Handy suchen. Google bewertet Websites nach ihrer mobilen Version.
- Strukturierte Daten (Schema.org)
- Zusätzliche Angaben im Quelltext, mit denen Google versteht, was auf der Seite steht: Das ist eine Arztpraxis, das ist die Adresse, das sind die Öffnungszeiten, das ist eine Ärztin, das sind häufige Fragen mit Antworten. Sie machen die Suchergebnisse aussagekräftiger und helfen bei der Zuordnung von Standorten. Für Praxen sind die Typen für Arzt, Praxis, Person und FAQ relevant.
- Sichtbarkeit, Ranking, SEO
- Sichtbarkeit beschreibt, wie oft und wie weit oben eine Website bei relevanten Suchen erscheint. Ranking ist die Position bei einer bestimmten Suche. SEO (Suchmaschinenoptimierung) ist die Arbeit daran: Inhalte, Technik, Standortdaten. Ehrliche SEO verspricht keine Positionen, sondern saubere Arbeit an den Faktoren, die Google bewertet. Mehr unter SEO für Augenärzte.
- SSL, HTTPS
- Die Verschlüsselung zwischen Browser und Website, erkennbar am Schloss in der Adresszeile und am https:// vor der Adresse. Pflicht für jede Website mit Formular und Voraussetzung dafür, dass Google die Seite nicht als unsicher markiert. Bei den meisten Hostern kostenlos enthalten.
- Google Search Console (Suchkonsole)
- Ein kostenloses Werkzeug von Google, das zeigt, bei welchen Suchen die Website erscheint, wie oft sie angeklickt wird und welche technischen Fehler Google findet. Die wichtigste Datenquelle für Sichtbarkeit, ohne dass Patienten getrackt werden. Wird bei jedem ZYE-Projekt eingerichtet und der Praxis übergeben.
- Online-Terminbuchung
- Die Möglichkeit, über die Website einen Termin zu buchen oder anzufragen, über Systeme wie Doctolib, Dr. Flex, samedi, die Praxissoftware oder ein Formular. Entscheidend ist die Einbindung: sichtbar auf jeder Seite, getrennt nach Anliegen, ohne Skripte, die vor der Einwilligung laden. Mehr unter Online-Terminbuchung für Augenärzte.
- Tracking, Cookies, Einwilligung
- Werkzeuge, die das Verhalten von Besuchern aufzeichnen, etwa Google Analytics. Sie dürfen erst nach Einwilligung laden, was ein Cookie-Banner nötig macht. Für Praxiswebsites raten wir davon ab: Die Suchkonsole liefert die nötigen Daten ohne Einwilligung, und Patienten schätzen Websites ohne Banner. Dasselbe gilt für eingebettete Karten und Schriften von Google-Servern.
- Wahlleistung, IGeL
- Leistungen, die die gesetzliche Krankenkasse nicht übernimmt und die Patienten selbst zahlen, etwa eine OCT zur Vorsorge, erweiterte Glaukomvorsorge oder Sonderlinsen bei der Katarakt-OP. Auf der Website müssen sie als Wahlleistung erkennbar sein und dürfen nicht angepriesen werden. Gut erklärt, nehmen sie Patienten das Misstrauen; verschwiegen oder beworben, erzeugen sie es.
- Weiterleitung (301)
- Eine Anweisung an den Server, eine alte Adresse dauerhaft auf eine neue zu leiten. Beim Relaunch braucht jede alte Seite eine Weiterleitung auf die passende neue, sonst landen Patienten und Google auf Fehlerseiten und die Rankings gehen verloren. Die Zahl 301 ist der technische Code für „dauerhaft umgezogen“.
- Zuweiser, Zuweiserbereich
- Niedergelassene Augenärzte, die Patienten an ein OP-Zentrum oder eine Klinik überweisen. Ein Zuweiserbereich auf der Website gibt ihnen, was sie brauchen: Anmeldung, benötigte Befunde, Ansprechpartner, Rückmeldewege. Getrennt von den Patientenseiten, weil die Fragen andere sind. Mehr unter Website für Augen-OP-Zentren.
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